Die Geschichte des Gartenbaus, wie wir ihn in unserer heutigen Form kennen, lässt sich mindestens dreieinhalb Jahrtausende zurückverfolgen. Wandmalereien aus ägyptischen Felsengräbern und Pyramiden zeigen ganz deutlich, dass dort schon im sechzehnten Jahrhundert vor Christus systematischer Gartenbau betrieben wurde. Die geometrisch angelegten Gärten, in denen Wein, Gemüse, Blumen und Bäume gepflanzt waren, gruppierten sich immer um einen Wasserspeicher. Diese Anordnung, der zum Teil riesigen mit Wasser gefüllten Basins unterstreichen noch die weit entwickelten technischen Fähigkeiten der Ägypter, nicht nur imposante Bauwerke zu errichten, sondern dass sie es auch verstanden ausgeklügelte Bewässerungssysteme zu planen, anzulegen und zu unterhalten. Gleichwohl seinerzeit das Klima in Ägypten wesentlich feuchter gewesen sein muss, war dieses Bewässerungssystem der Gärten dennoch eine ingenieurstechnische Meisterleistung. Zudem hatten die Gärten aber neben dem wirtschaftlichen noch einen weiteren Nutzen: Sie dienten als Kultstätte und wurden unter anderem auch zu Ehren eines verstorbenen Pharaos angelegt. Vielleicht daher noch unsere Veranlagung zum Ruhen und Genießen, während wir durch einen Garten spazieren.

 Es waren die Römer, die im europäischen Raum den wirtschaftlich nutzbaren Teil, von dem, der zu reinen Vergnügungszwecken diente, trennten. Während die Agrikultur vor die Tore der Stadt verbannt wurde, wurden die Lustgärten mit einem schier unglaublichen Aufwand ausgebaut. Sie waren eigentlich die ersten Parks, mit einer Vielzahl von Gebäuden und Wasserspielen und in manchen Fällen wurden gar Hügel und Täler angelegt.

Mit dem Untergang des römischen Reiches geriet aber diese hohe Form des Gartenbaus in Europa in Vergessenheit. Im frühen Mittelalter waren es fast ausschließlich Mönche, die sich um den Gartenbau bemühten. Den Klöstern wurden damals in zum Teil sehr großen Umfang Ländereien und damit Ackerflächen von Reichen und Adeligen aus Ablasszwecken überlassen. Seit dieser Zeit entwickelten sich Ackerbau und Gartenbau nahezu getrennt voneinander zu der uns heute bekannten Form.